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    Gründung von Slum Network for Education

    Von den ersten Schulpatenschaften bis zur Vision einer eigenen Schule: Wie aus einzelnen Schritten ein gemeinsames Projekt entstand...

    Zurück in Deutschland, aber gedanklich in Bwaise

    Als ich nach Deutschland zurückkam, ließen mich die Bilder der Kinder aus Bwaise nicht

    mehr los. Ich konnte und kann mir nicht vorstellen, wie Kinder in dieser Umgebung

    aufwachsen und sich entwickeln können. Wenn sie aus welchen Gründen auch immer dort

    ganz alleine leben müssen, sind sie chancenlos.


    Wie versprochen blieben Salim und ich weiter in regelmäßigem Kontakt. Ich stellte ihm

    unzählige Fragen, um das Leben der Kinder dort zunehmend besser verstehen zu können.

    Mir wurde klar, dass ich am meisten bewirken kann, indem ich Kinder zur Schule schicke. So

    dürfen die Kinder sich viele Stunden am Tag in einer behüteten Umgebung aufhalten, in der

    sie spielen, aber auch für ihr späteres Leben lernen können. Zusätzlich erhalten sie

    zuverlässig eine Mahlzeit am Tag.

    Die ersten Kinder gehen zur Schule

    Zunächst konnte ich 8 der 12 schulfähigen Kinder den Schulbesuch ermöglichen. Meine

    Hoffnung war, dass sich mit der Zeit auch für die übrigen vier Kinder Unterstützer finden

    würden. Die Schulkinder waren überglücklich über ihre Chance und begannen mit großem

    Enthusiasmus und Wissensdurst zu lernen.



    Kurz vor Beginn des nächsten Terms beschäftigte mich die Frage, wie es den 4 Kindern geht,

    die nicht mit in die Schule dürfen. Salim schrieb mir dazu, es ist sehr schwer für sie,

    zuzuschauen, mit welchem Lerneifer ihre Freunde in die Schule gehen:

    „Wenn sie ihre Freunde zur Schule gehen sehen, weinen sie oft und möchten mitgehen. Sie stehen sogar früh auf, ziehen sich an und versuchen, zur Schule zu gehen, was zeigt, wie sehr sie auch zur Schule gehen möchten. Wir müssen sie davon abhalten und ihnen versichern, dass wir daran arbeiten, auch für sie Sponsoren zu finden."

    Diese Bilder hatte ich nun täglich vor meinem inneren Auge und fand sie so unerträglich, dass ich einen Tag vor Beginn des ersten Terms 2025 auch noch das Geld für die restlichen Kinder überwies. Wie schön war nun die Vorstellung, dass alle gemeinsam losmarschieren konnten.

    Salims Traum von einer eigenen Schule

    In den folgenden Monaten tauschten Salim und ich uns immer intensiver aus, bis er mir am 14.02.25 eine Nachricht sendete, die alles veränderte:

    „Hi! Ich wollte meine Träume mit dir teilen. Einer meiner größten Wünsche ist es, eine Schule im Distrikt Bwaise zu bauen, damit mehr Kinder Zugang zu Bildung haben. Außerdem stelle ich mir einen großen Garten vor, in dem wir Lebensmittel für die Kinder anbauen und ihnen gleichzeitig wertvolle Fähigkeiten vermitteln können. Ich würde mich freuen, deine Gedanken dazu zu hören!“

    Diese Nachricht war für mich der game changer. Salims Traum sprach mir aus der Seele. So

    oft hatte ich, während ich mit Salim schrieb, das Gefühl, dass ich nicht genug bewirken kann

    und meine Hilfe nur kleine Löcher stopft, ich aber nicht die Situation wirklich nachhaltig

    verbessern kann.

    Unsere Kinder in der Schule


    Ein Schulbau für die Kinder, die ansonsten chancenlos in diesem Leben wären, ist ein großes Projekt und genau die Herausforderung, der ich mich in Zukunft stellen möchte. Hierfür müssten wir einen eingetragenen gemeinnützigen Verein gründen und Sponsoren finden, die zunächst helfen, das Waisenhaus so zu betreiben, dass die Kinder und Jugendlichen, die zurzeit dort leben eine echte Lebensgrundlage bekommen, mit der sie dann später in ein selbstbestimmtes Leben starten können.


    Aber mit Hilfe dieses Vereins wären wir auch in der Lage ein richtiges Schulzentrum mit Wohnräumen für Waisenkinder und Lehrer und eine überdachte Mehrzweckhalle zu bauen, in der sich die Kinder auch während der langanhaltenden Regenfälle der Regenzeit aufhalten, spielen und lernen können. Zusätzlich wünschen wir uns einen Obst- und Gemüsegarten, den die Kinder selbst bewirtschaften und deren Erträge einen gesunden Beitrag zur täglichen Ernährung leisten können. In den Unterrichtsräumen könnte zusätzlich nachmittags und abends Alphabetisierungskurse für ältere Jugendliche und junge Erwachsene angeboten werden, um auch ihnen bessere Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Es ist vieles möglich und bietet vielen Menschen eine echte Chance.

    Der erste Schritt: Gründung der Partnervereine in Uganda und Deutschland


    Ich versprach Salim sofort meine Unterstützung und so gründeten Salim und ich gemeinsam,

    jeder in seinem Land einen Verein mit dem gleichen Namen, um unsere Zusammengehörigkeit zu demonstrieren. Mit großer Unterstützung meiner Familie,

    insbesondere meines Sohnes Jannis, sowie von Freunden wurde in Deutschland der Verein

    Slum Network for Education e.V. gegründet.

    Nach einem langen Behördenmarathon wurde der Verein „Slum Network for Education e.V.“

    am 28.4.25 in das Vereinsregister des Amtsgerichts Hamburg eingetragen und am 12.05.25

    wurde vom Finanzamt Hamburg Nord die Voraussetzungen für Steuerbegünstigung

    festgestellt, so dass wir nun berechtigt sind, Spendenbescheinigungen auszustellen. Ab Juni konnten wir dann endlich damit beginnen, potentielle Sponsoren für unser Projekt

    zu begeistern.

    Zeitgleich hat Salim in Kampala die NGO „Slum Network for Education Limited“ eingetragen und Vereinskonten eröffnet. Dies ist die Grundlage für den Aufbau unseres gemeinsamen Projekts.


    Salim vor der "Office" von Slum Network for Education Uganda

     
     
     

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