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    "Awaka": Ein neues Zuhause für unsere Kinder

    Aktualisiert: 26. Aug.

    Awaka ist Luganda und bedeutet „Zuhause“ und genau darum geht es: die Suche nach einem neuen Zuhause für unsere Kinder und darum, wie aus einem heruntergekommenen Haus ein liebevolles Zuhause für unsere Kinder wurde...

    Die alten Räumlichkeiten

    Als ein echtes Zuhause würde ich die Räume nicht bezeichnen, in denen unsere Kinder zurzeit leben. Nachdem wir zusätzlich zu den 25 Kindern und Jugendlichen noch weitere acht Schulkinder aufgenommen haben und drei unserer größeren Mädchen ein Kind erwarten, reicht der ohnehin extrem begrenzte Platz in den angemieteten Räumen nicht mehr aus.



    Die bisherige Unterkunft unserer Kinder (hier leben 12-14 Personen in einem Raum)

    Ganz abgesehen vom Platzmangel gibt es dort kein Wasser, keine Küche und keine Toilette. Die Kinder müssen gut fünf Minuten laufen, um eine öffentliche, kostenpflichtige Toilette zu benutzen. Duschen können sie nur nachts draußen zwischen den Häusern: Sie übergießen sich mit Wasser, während jemand anderes ein schützendes Tuch davorhält. Das sind definitiv keine Lebensbedingungen, unter denen Kinder aufwachsen sollten. Da es keine Überdachung gibt, müssen die Kinder während der oft stundenlangen, heftigen Regengüsse in der Regenzeit zu zwölft in nur sechs Quadratmeter großen Räumen ausharren. Deshalb haben wir beschlossen, mindestens fünf neue, zusammenhängende Räume für unsere Kinder und Jugendlichen zu suchen.

    Endlich ein geeignetes Haus?

    Nach langer, intensiver Suche schreibt mir Salim eines Tages, dass er ein geeignetes Haus gefunden hat: fünf Zimmer, zwar noch ohne Wasseranschluss, dafür aber mit einer Toilette und einem Innenhof, der von einer hohen Steinmauer umgeben ist. Nicht nur Salim ist begeistert – auch die anderen Teammitglieder versichern mir, dass dieses Haus nach ein bisschen Renovierung ein echter Game-Changer für die Kinder sein wird. Fotos bekomme ich vorerst leider nicht, da die Vormieter noch nicht ausgezogen sind. Wir müssen jedoch sofort mieten, damit uns niemand anderes das Haus vor der Nase wegschnappt. Mit einem flauen Gefühl im Bauch stimme ich zu.

    Es dauert noch etliche Zeit, bis die Mieter endlich ausziehen. Dann kommen die ersten Fotos …

    Erste Bilder der neuen Räumlichkeiten

    Der erste Blick ins neue Haus

    Ich schlucke. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Ja, dass wir renovieren müssen, war klar – aber so etwas? Was mir gefällt, ist die blickdichte, hohe Außenmauer, die den Kindern ihre Privatsphäre sichert. Und dann gibt es das Loch im Boden, das eine echte Toilette werden soll. Beides bedeutet eine unschätzbare Verbesserung. Was mich neben dem vielen Dreck der Vormieter jedoch skeptisch macht: baufällige Wände, beschädigte, teils völlig verrostete Türen und fast überall zerbrochene Glasscheiben. Schaut man nach oben, trennt nur eine dünne Schicht Wellblech den Raum vom Himmel – das wird die Zimmer bei Sonne garantiert in Glutöfen verwandeln. Alles wirkt kaputt, alt und düster … überhaupt nicht so, wie ich mir unser neues Waisenhaus vorgestellt habe.

    Doch es soll ja renoviert werden und dann wird alles gut … na hoffentlich! Als Erstes putzt Maris das komplette Haus.

    Salim nimmt das Projekt in die Hand


    In der Zwischenzeit beginnt Salim mit unglaublicher Energie, das gesamte Projekt zu organisieren. Er beauftragt Handwerker aus dem Stadtteil und schafft jede Menge Gerätschaften und Material heran.


    Die Renovierungsarbeiten beginnen...


    Schon zwei Tage nach den ersten Bildern sehe ich, wie ein Wassertank auf das Haus gehievt wird und erste Malerarbeiten dem Gebäude die Düsternis nehmen.

    Wenige Tage später werden in allen Räumen und im Hof neue Böden gegossen und Decken eingezogen. Im Sanitärbereich werden ein Toilettenbecken, ein Handwaschbecken, Abflüsse und eine Wassertonne eingebaut – und natürlich alle Rohre unter Putz verlegt!


    Aus der Bruchbude wird ein Zuhause


    Gleichzeitig wird die Straße vor dem Haus aufgerissen, um die Abflussrohre an den Abwasserkanal anzuschließen und das Haus an die öffentliche Wasserversorgung anzuschließen. Die Stromleitungen werden komplett neu verlegt, jedes Zimmer bekommt Steckdosen und Lichtschalter, und im Hof entstehen zwei Schutzdächer, damit die Kinder auch bei Regen draußen sitzen können. Das Dach bekommt einen neuen Anstrich, überall werden Regenrinnen montiert … und genau in diesem atemberaubenden Tempo geht es weiter!

    ...das Zuhause nimmt langsam Form an...

    Alle paar Tage werde ich mit neuen Fotos über den Fortschritt versorgt und kann es kaum fassen: Nach gut zwei Wochen sehe ich ein fast komplett neues Haus! Es wurde an alles gedacht. Vor dem Haus wurde die Straße gepflastert, damit die Kinder auch während der Regenzeit mit sauberen Füßen zur Schule kommen, denn die Dream Wise Primary School unserer Kinder liegt fast direkt gegenüber.


    Alles für den Einzug der Kinder


    Ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus. Was in den letzten Wochen passiert ist, grenzt an Zauberei. Nebenbei wurden acht zusätzliche dreistöckige Betten bestellt, damit fast jedes Kind sein eigenes Bett bekommt (bislang haben sie zum Teil zu sechst in einem Bett geschlafen). Es wurden Holzbänke für drinnen und draußen besorgt, dazu neue Matratzen, Laken, Decken, Moskitonetze und Handtücher. Sogar an Akkulampen wurde gedacht, da im Stadtteil fast täglich für Stunden der Strom ausfällt. Salim möchte es den Kindern richtig gemütlich machen, deshalb hat er auf Teppiche in allen Räumen bestanden.


    ...die letzten Vorkehrungen für den Einzug der Kinder

    Die große Überraschung

    Während all dieser Bauarbeiten ahnen die Kinder von nichts. Am 6. August war es dann endlich Zeit für die große Überraschung: Alle unsere Schulkinder werden in der Mittagspause von der Schule zu ihrem neuen Zuhause gebracht. Sie haben keine Ahnung. Das Tor geht auf, sehr verhalten betreten sie den Außenbereich und stellen sich brav auf. Es wirkt, als wüssten sie überhaupt nicht, was sie erwartet. Dann werden sie in ihr neues Wohnzimmer geführt und dürfen zum ersten Mal auf den neuen Bänken sitzen. Maris erklärt ihnen, dass sie schon bald hier einziehen werden.


    Unsere Kinder sehen zum erstem Mal ihr neues Zuhause


    Auf einmal sind sie völlig außer Rand und Band! Sie rennen los, jubeln und lachen, die Freude kennt keine Grenzen. Alle auf einmal erobern das erste Stockbett im Schlafraum. Sie rennen hin und her, wissen gar nicht, wo sie zuerst hinschauen sollen. Jeder probiert den Wasserhahn an der Spüle im Hof neben dem neuen Kochbereich aus. Fließendes Wasser direkt aus dem Hahn hatten sie noch nie in ihrem Leben! Alle sind völlig überwältigt und können kaum glauben, dass sie bald in dieses schöne neue Zuhause umziehen dürfen.


    Der Erste Blick ins Haus

    Endlich ein echtes Zuhause


    Leider konnte ich nicht persönlich dabei sein, aber ich kann mich an den Videos und Fotos dieses Tages gar nicht sattsehen. Ich kann es kaum noch erwarten, Anfang September alles live zu erleben und dort zusammen mit den Kindern zu wohnen.


    Die Freude der Kinder über ihr neues Zuhause


    Vielen, vielen Dank an unser fantastisches Team in Uganda! Ihr habt mit so viel Liebe und riesigem Engagement in kürzester Zeit aus einer Bruchbude ein wunderbares Zuhause für unsere Kinder erschaffen, das keine Wünsche offenlässt. Ganz besonderer Dank gilt Salim, der sein ganzes Herzblut in dieses Projekt gesteckt hat. Sein Ziel war es nicht nur, neue Schlaf- und Wohnräume zu schaffen – ihm war es eine Herzensangelegenheit, eine Gemütlichkeit einzubringen, die dieses Haus zu einem echten Zuhause macht.

     
     
     

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