Mein erster Besuch seit Gründung von Slum Network for Education e.V. und Limited
- Michaela Gabrielides

- 20. Mai
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 5 Tagen
Während der Hamburger Frühjahrsferien ging es für mich zu unserem Projekt nach Kampala. Es war für fast alle das erste Wiedersehen im echten Leben, entsprechend groß war die Vorfreude auf beiden Seiten. Die Herzlichkeit und Wärme, mit der mich die Kinder und das Team empfangen haben, hat mich tief berührt und sofort willkommen geheißen.
Vorfreude auf eine ganz besondere Reise
Seit der Gründung unseres Vereins habe ich darauf hin gefiebert, unser Projekt in Bwaise zu besuchen und nun die Kinder sowie das Team persönlich kennenzulernen. Bis auf Salim kannte ich noch niemanden persönlich, hatte aber schon häufiger mit dem einen oder anderen aus dem Team geschrieben. Nach wie vor war ich täglich mit dem Projekt in Kampala in Kontakt.
Voll gepackt mit jeder Menge Kleidung für die Kinder flog ich am 28.2.2026 über Istanbul nach Entebbe, dem einzigen internationalen Flughafen Ugandas.
Welch ein Empfang
Morgens um 4:50 Uhr landete mein Flieger. Mein Empfangskomitee wartete draußen auf dem Parkplatz schon auf mich. Teilweise waren sie bereits am Vorabend um 22:00 Uhr aus Kampala angereist und hatten die ganze Nacht auf dem Parkplatz verbracht, aus Angst, zu spät zu kommen. Salim, Henry und Brian waren zusammen mit acht der größeren Mädchen und Jungen gekommen. Sie hatten Freunde überredet, ihre Autos zur Verfügung zu stellen, um mit so vielen Personen wie möglich anzureisen und mich nach Kampala zu bringen.
Mein Willkommen am Flughafen
Kaum setzte ich einen Fuß aus dem Flughafengebäude, wurde ein riesiges Willkommensplakat ausgerollt. Alle trugen ein selbst bedrucktes Willkommens-T-Shirt und auch ich musste meins nach der ersten großen Umarmungsrunde direkt anziehen. Selbst einen Blumenstrauß hatten sie für mich mitgebracht! Es war alles wunderschön. Ich war überwältigt von den vielen Menschen und den Überraschungen und habe mich vom ersten Moment an unglaublich willkommen gefühlt. Was für ein Empfang!
Die Ankunft im Slum
Danach fuhren wir ca. 1–2 Stunden nach Bwaise in ein recht heruntergekommenes Hostel mitten im Slum, wo ich mich erst einmal duschen und ein wenig ausruhen konnte. Als ich nach einer Blumenvase für meinen Strauß fragte, erntete ich allerdings nur fragende Blicke, wer trägt sonst auch schon einen Blumenstrauß durch den Slum …
Nach dieser kurzen Pause hieß es aber wieder alles Einpacken. Salim hatte für mich in der Zwischenzeit eine neue Unterkunft bei Maris organisiert. Ich hatte mir so sehr gewünscht, privat bei einem unserer Teammitglieder wohnen zu dürfen.
Überwältigende Freude
Bevor ich mein neues Quartier beziehen konnte, folgten wir meinem Gepäck zu den Räumen unserer Kinder. Dort traute ich meinen Augen kaum: Gefühlt hundert Menschen warteten bereits voller Vorfreude auf mich! Neben unserem ugandischen Team und den Kindern hatten sich auch unzählige Nachbarn und Freunde versammelt. Die Herzlichkeit, Umarmungen und Freudenrufen, die mich empfingen, waren so überwältigend, dass ich gar nicht wusste, wo ich zuerst hinschauen sollte. Die Kinder wollten alle meine Haare und meine Haut berühren und setzten sich vertrauensvoll auf meinen Schoß. Manche flüsterten mir ins Ohr: „I missed you so much“ Mit so viel Offenheit hatte ich nicht gerechnet.
Ankunft im Slum
Die Koffer werden geöffnet
Da mein Gepäck schon bereitstand, machten wir uns sogleich an das Verteilen der Mitbringsel. Ich war unglaublich froh über Brians Unterstützung: Ich hielt ein Kleidungsstück nach dem anderen hoch, und Brian reichte es zielsicher an die Person weiter, der es am besten passen könnte. So bekam fast jeder etwas Neues ab.
Ein riesiges Highlight war die Sportkleidung, die mir mein Sohn Jannis von seinem Fußballverein Tennis Borussia Berlin mitgegeben hatte: jede Menge Trikots, Hosen und Stutzen. Besonders bei unseren großen Jungs war die Begeisterung riesig, schließlich sollte am Samstag ein Match gegen ein Team aus dem Stadtteil stattfinden. Dank der Spende liefen sie nun perfekt ausgerüstet auf! Die kleineren Trikotgrößen übergaben wir direkt an die Schule unsere Kinder.
Freude über die mitgebrachen Sachen
Aus Hamburg hatte ich außerdem selbstgebackenen Kuchen und Süßigkeiten dabei, die vor allem unter den Kindern reißenden Absatz fanden. Tief berührt hat mich dabei die unglaubliche Disziplin der Kleinen: Absolut niemand drängelte oder versuchte, sich mehr zu greifen als die anderen. Jedes Kind nahm sich seinen Teil, ein Miteinander und ein Respekt, den man bei uns zu Hause leider nur selten erlebt.
Tagesausklang
So ging dieser ereignisreiche erste Tag voller neuer Eindrücke und Herzklopfen langsam zu Ende. Nachdem Salim und ich noch eine Kleinigkeit gegessen hatten, schwang ich mich wie auch an den darauffolgenden Abenden auf ein Boda-Boda (Motorrad-Taxi) und fuhr zu Maris, wo ich schon sehnsüchtig erwartet wurde. Also auch hier schlug mir eine Wärme entgegen, die mich tief berührte. Wir saßen noch gemütlich zusammen und quatschten, bis ich schließlich, vollkommen erschöpft, aber überglücklich, in mein Bett sank.






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